Feuerwerk im Maxipark 2016

Gestern war ich im Maxipark, und habe mir das Feuerwerk und das Konzert von „Smile“ angeschaut. Ich muss sagen, beides hat meine Erwartungen übertroffen. Das Feuerwerk dauerte knappe 30 Minuten und hatte einiges zu bieten. Und das Konzert von Smile brachte viel Stimmung und einige gute Motive.

Kurparkfest 2016

„Auf zum Kurparkfest“ hieß es gestern wieder in Hamm. Und es lohnte sich tatsächlich den auf 10€ an der Abendkasse erhöhten Eintritt zu zahlen. Der Park war voll. Anfänglich nieselte es noch leicht, was sich dann aber erledigte je länger der Abend dauerte. Am meisten beeindruckt hat mich tatsächlich Beatrice Egli, die DSDS-Gewinnerin, auch wenn ich nicht wirklich zu den Schlagerfans gehöre. Sie hat den Park gerockt wie keine andere.

Fotos: ©© CC BY-NC-SA 3.0 www.kesztyüs.de

 

Programm und Presse

 

 

 

 

 

 

 

Entschlossen gegen rechtes Gedankengut am 3.10.2014 in Hamm

Am 3.10.2014 versammelten sich bis zu 1000 Demonstranten in Hamm in Westfalen, um einer gleichzeitig stattfindenden Nazidemo zu zeigen, was die Zivilgesellschaft von einem hasserfüllten Gedankengut hält. Insgesamt verlief die Gegendemo äußerst ruhig. Es war ein toller Erfolg für unsere Demokratie an einem warmen und sonnigen Tag der deutschen Einheit.
Gleich zu Beginn gab die Polizei Anlass zu Kritik. Die Demonstranten stellten sich wie mit der Polizeiführung abgesprochen in der Seitenstraße neben dem Hauptbahnhof hier auf – und wurden sogleich zurück gepfiffen. Die bereits bestimmt 200 Teilnehmer sollten sich 150m weiter aufwärts auf der Einbahnstraße formieren. Dies war nicht verabredet gewesen und brachte Unruhe in die Versammlung. Danach wartete die Menge auf weitere Teilnehmer, die mit dem Zug anreisten. Die Versammlungsleitung sagte durch, dass es Blockaden durch die Gegendemonstranten innerhalb des Bahnhofes gebe. Man wartete.
Draußen war alles ruhig. Plötzlich wurde ein vielleicht 19-jähriges Mädchen aus einer weit vom Bahnhofseingang stehenden Gruppe gerissen und von einem 1,90m großen Polizisten äußerst aggressiv in den Schwitzkasten genommen. Sie wurde weg gezogen und es wurden angeblich die Personalien aufgenommen. Ich habe keine Ahnung, was sie getan hat. Das Verhalten des Polizisten erschien mir aber auf Grund der physischen Übermacht unverhältnismäßig.
Später wurden mir weitere Vorfälle aus dem Inneren des Bahnhofes von Leuten berichtet, denen ich vertraue. So soll eine ältere Dame äußerst aggressiv von einem Polizisten mit dem Ellbogen weggestoßen worden sein. Auch sah ich einen Demonstrationsteilnehmer, der heftig aus der Nase blutete.
Ich sah keine physischen Angriffe von Demonstranten gegen Polizisten oder gegen Nazis. So gingen sogar recht zu Anfang der Demo sechs Neonazis mitten über den Bahnhofsvorplatz, ohne dass irgendjemand ihnen etwas tat. Auch weitere Nazis suchten den Weg aus dem Ostausgang des Bahnhofes, offensichtlich, um zu provozieren. Denn für sie war der Westausgang vorgesehen. Sie wurden gebührend mit Sprechchören empfangen.
Die Aufmerksamkeit richtete sich wieder gen Bahnhofsgebäude, wo sich Gegendemonstranten vor dem Eingang angesammelt hatten, um ein Auge auf die Blockierer im Inneren des Gebäudes zu haben. Die Polizei verlangte, dass dieser Teil der Gegendemonstranten den Eingangsbereich räumte, was nicht erfolgte. Die Hauptgruppe der Gegendemonstranten befanden sich inzwischen auf dem Platz der Deutschen Einheit und verfolgte gespannt, was sich im und vor dem Bahnhof ereignete. Ich selbst ging zu den Gegendemonstranten vor dem Eingang und versuchte zu erreichen, dass diese den Eingang räumten. Einige waren vernünftig und argumentierten, dass sie der Polizei nicht trauten und deshalb Sichtkontakt zu ihren Leuten innerhalb des Bahnhofes halten wollten, eine junge Frau hingegen wurde beleidigend und bezeichnete mein Vorgehen als „parlamentarischen Scheiß“ und zeigte mir äußerst erbost den Mittelfinger.
Nach einiger Zeit geriet Bewegung in die Gruppe vor dem Bahnhof. Es kamen viele Menschen, auch noch einige Piraten aus Dortmund, aus dem Eingang und begaben sich zur Hauptversammlung, welche sich dann an von der Polizei vorgesehener Stelle einreihte. Nun startete der Zug, welcher wirklich beeindruckend anzuschauen war. Die Polizei gab die Anzahl der Gegendemonstrationsteilnehmer mit 760 an. Ich bin recht sicher, dass wir mehr waren. Die Nazidemo soll ca. 150 Teilnehmer gehabt haben. Es waren dort wohl 300 angemeldet gewesen. Wir liefen über die Neue Bahnhofstraße am Alleecenter vorbei und bogen dann auf die Münsterstraße ab, der wir bis zum Bockumer Weg folgten.
Dort ereignete sich an der Unterführung Münsterstr. / Bockumer Weg der nächste unerfreuliche Zwischenfall. Die Polizei empfing uns mit aufgebauten Barrikaden, die nicht an dem dafür vorgesehenen Platz standen. Nach einiger Diskussion der Versammlungsleitung mit der Einsatzleitung baute die Polizei ihre Barrikaden ab und stellte sie 30m weiter im Inneren der Unterführung auf. Uns kam es darauf an, möglichst gut den Nazis auf der anderen Seite der Unterführung unsere Meinung mitzuteilen.
Diese jedoch waren wohl durch Blockaden der Anwohner (!) aufgehalten worden, weswegen wir lange warten mussten. Im Verlauf kam man ins Gespräch mit den Polizisten, welche anfänglich eher schlecht auf uns zu sprechen zu sein schienen. Nachdem man sich etwas unterhalten hatte, veränderte sich das Verhalten. Sie wurde wesentlich zugänglicher. So kam ich ins Gespräch mit einer Polizistin, die anfangs äußerst ablehnend war. Ich hatte das Gefühl, dass sie immense Vorurteile gegenüber den Gegendemonstranten hatte. Auch fragte ich einen eher sympathisch erscheinenden Polizisten, welche Demonstranten die Polizei mehr leiden könne, linke oder rechte. Er vermied zunächst eine klare Antwort, war dann aber recht ehrlich, indem er anmerkte, dass die rechten Demonstranten äußerst diszipliniert seien, man das von den „linken“ Demonstranten nicht so sehr behaupten könne. Vor allem, wenn Steine und dergleichen geworfen würden, wovon die Demonstration am 3.10.14 aber weit entfernt war. Auch die besagte Polizistin legte durch Äußerungen die Vermutung nahe, dass sie überarbeitet sei. Sie klagte etwas über ihren sechs Tage Schichtdienst.
Wir wurden mehrfach von der Polizei gefilmt. Wie sich heraus stellte wegen angeblichen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot. Dazu muss jedoch erwähnt werden, dass Fotografen der Nazis von der anderen Seite der Unterführung bis zu der Blockade der Polizei gelangen konnten und problemlos Fotos von uns machten. In dem Zusammenhang erscheint ein Selbstschutz durch Vermummung geradezu angezeigt.
Nachdem die Nazis ca. 300m entfernt vorbeigezogen waren und wir ihnen mitgeteilt hatten, was wir von ihnen halten, wurde die Gegendemo unter der Unterführung beendet. Die Menge drehte um und lief wieder zurück zur Münsterstraße. Rechts und links war kein Ausweichen, da sich dort die Mauern erhoben.
Kurze Zeit nach Aufbruch wurde ein ca.20 jähriger, schmächtiger Demonstrant von der Polizei aus der Menge gezogen. Die Menge protestierte, stoppte und wartete auf das weitere Vorgehen der Polizei. Diese nahm die Personalien des jungen Mannes auf. Er hatte wohl seinen Kapuzenpulli über Mund und Nase gezogen gehabt, während die Fotografen der Nazis ihre Bilder schossen. Es dauerte erstaunlich lange bis der Demonstrant wieder aus der Obhut der Polizei entlassen wurde. Die Demonstranten zogen vielleicht 20m weiter, als sie erneut stoppen mussten. Ich sah wie Polizisten sich sowohl vor als auch hinter den Demonstrationszug begaben und ihn somit einkesselten. Nach rechts und links konnte man nicht ausweichen. Durch Lautsprecher wurde uns von der Polizei mitgeteilt, dass wir keine Demonstration mehr seien, und dass es daher nicht erlaubt sei auf der Fahrbahn zu gehen und die Banner zu schwenken. Wir wurden aufgefordert die Banner herunter zu nehmen und uns auf die Gehwege zu begeben, was indes totaler Humbug war, da die Gehwege für die 120 Leute, die wir immer noch waren, viel zu eng gewesen wären. Es wäre an dieser tunnelartigen Stelle nur im Gänsemarsch möglich gewesen, auf dem Bürgersteig zurück zu gehen. Dass dies bei der heterogenen Demonstrationsgruppe nicht durchführbar war, und sich auch überhaupt kein Verkehr auf der Straße befand, sie war ja auch noch für den Verkehr gesperrt, war wohl der Polizeiführung egal. Man spürte, dass man selbst aber auch die anderen Demonstranten unruhig wurden. Man konnte weder vor noch zurück oder zur Seite ausweichen. Man war gefangen, und die Polizei schien eskalieren zu wollen, indem sie forderte, dass wir auf den Gehweg ausweichen sollten, was wegen der Menge der Demonstranten und des Platzmangels unmöglich war. Es stellte sich Beklemmung ein, welche sich mit der Befürchtung mischte, dass die Polizei mit Gewalt gegen die friedlichen Demonstranten vorgehen würde. Man konnte zu diesem Zeitpunkt nicht genau abschätzen wie viele wir eigentlich noch waren. Wir waren getrennt worden vom Rest, der bereits ausser Hör- und Sichtweite war. Über Twitter stellten wir Kontakt zu einigen der bereits voraus gegangenen anderen Demonstrationsteilnehmer her. Als mein Akku aber auch langsam zur Neige ging, befürchtete ich, dass ich ein möglicherweise aggressives Vorgehen der Polizei gegen die übrigen Demonstranten nicht mehr dokumentieren und nach außen kommunizieren könnte. Ich wurde leicht unruhig. Man hatte das Gefühl, dass die Polizisten uns gegenüber negativ eingestellt waren. Die Polizisten, die ich vorher kennen gelernt hatte, waren nicht mehr zugegen.

In dieser heiklen Lage reagierten einige Demonstranten weiter vorne gut und meldeten eine Spontandemonstration an. So musste die Polizei uns als neue Versammlung bis zum Bahnhof begleiten. Wir gingen nun gut gelaunt und begleitet von Polizisten den Weg wieder zurück zum Bahnhof. Dort bedankte sich die Polizeiführung über Lautsprecher bei uns für den friedlichen Verlauf, was bei den Versammlungsteilnehmern auf Grund der als Schikane empfundenen Vorgehensweise der Polizei eher schlecht ankam.

Da setzt nun auch meine Kritik an. Bereits bei der Planung hätte die Polizei darauf hinweisen müssen, dass ein abrupter Abbruch der Demo in der Sackgasse nicht optimal war. Die Demo hätte wieder komplett zurück zum Bahnhof führen müssen. Es wurde seit Wochen von der Polizei viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit der Versammlungsführung gelegt. Die Versammlungsleitung ist auf Wünsche der Polizei eingegangen. Der Blickkontakt zu den Nazis, der heute statt fand, war das absolute Minimum. Eigentlich war gewollt gewesen auf die andere Seite der Bahnstrecke zu gelangen. Auch am runden Tisch legte die Polizei mehrfach Wert darauf, den Verlauf der Gegendemo zu bestimmen. Man ging darauf ein. Man hatte ständig das Gefühl, dass die Polizei die Sache so ruhig wie möglich halten wollte, und jederlei Konfrontation verhindern wollte. Wenn aber im Vorfeld schon so sehr über die Sicherheit der Demonstranten nachgedacht wurde, wie kann es dann sein, dass der Versammlungsleitung nicht einmal vorgeschlagen wurde, die Demonstration zurück bis zum Bahnhof anzumelden, um einen geordneten Abschluss der Demo zu erreichen? Es wäre bestimmt weniger sicher gewesen, hätten die Demonstranten sich in Achtergruppen, wie von der Polizei gewollt, ohne Polizeischutz zurück zum Bahnhof begeben, denn die Nazis waren noch nicht abgefahren. Die Verhinderung von Ausschreitungen war mit einem Demonstrationszug auch wesentlich einfacher zu bewerkstelligen.
Heute war ein voller Erfolg für Hamm, für unsere Meinungsfreiheit, für unsere Demokratie. Im Verlauf der Demonstration war ich mehrfach versucht zu twittern, dass ich stolz auf Hamm sei. Ich hielt mich zurück, da ich nicht wusste, was noch alles passieren würde. Jetzt kann ich es wirklich schreiben: Ich bin stolz auf Hamm! Es haben sich viel mehr Menschen solidarisch gezeigt als angenommen. Die Demonstration war friedlich. Die einzigen Aggressionen, die ich gesehen habe, gingen von der Polizei aus. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass Blockaden in Maßen rechtmäßig sind. Es war ein schöner sonniger Tag, an dem man etwas Sinnvolles getan hat. Ich möchte mich bei den Organisatoren der Demo, dem Haekelclub 590, bedanken. Außerdem möchte ich den vielen Piraten danken, die meinem Werben nachgekommen sind und sich zu uns nach Hamm gesellt haben. Wir werden das nicht vergessen!
Martin Kesztyüs
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